Magna Mater - Die vielen Namen der Göttin

Die Ursprünge der Artemis liegen in uralten Kulten der großen Mutter, die viel älter sind als die griechische Kultur. Man kann sie in allen Muttergöttinen finden und es wird vermutet, dass selbst die Venus von Willensdorf aus der Junsteinzeit eine Darstellung der Mutter Erde und damit eine Vorläuferin der Artemis ist.
"Die Göttin stammt mit ihren vielen Vorgängerinnen aus der prähistorischen Zeit der Jäger und Sammler, aus dieser Zeit brachte sie vor allem ihre Verbundenheit zu den Tieren mit. Sie war eine der ältesten und meistverehrten Göttinnen im hellenischen Raum."(Religion und Kulte im alten Griechenland)

"Auf „Magna Mater“, die zentrale Gottheit der neolithischen Erd- und Fruchtbarkeits-Religion, gehen sämtliche Erdgöttinnen Vorderasiens und der Alten Ägäis wie zum Beispiel Gaia, Demeter und Persephone (s. Gaia und Demeter in der griechische Antike) zurück." (vgl. EHMER, M.K. (1998): Die Weisheit des Westens. Düsseldorf: Patmos. S. 46.) Demeter weist auf Tiamat.

Der Name "Artemis" läßt sich auf die Göttin Themis zurückführen, als deren Jungfrauaspekt sie verehrt wurde. Die Göttin Themis steht wiederum mit Tiamat in Verbindung, eine der ältesten bekannten Muttergottheiten aus sumerischen und babylonischen Zeiten. (siehe Göttinnen)

Die Pamphilische ARTEMIS - MAGNA MATER - Cybele

"Die Darstellung und die Kulte der Artemis von Ephesos lassen auf eine Vermischung der griecguscgeb Göttin Artemis mit der anatolischen Göttin Kybele schliessen, welche schon vor der ionischen Einwanderung im Gebiet von Ephesos verehrt wurde.


In der Artemis Ephesia vereinen sich die Vorstellungen der griechischen Herrin der Tiere mit den Eigenschaften der Kybele (auch als Magna Mater, Grosse Mutter oder Grosse Mutter vom Berge verehrt) als Stadt- und Fruchtbarkeitsgöttin und Schutzpatronin von jedem werdenden Leben, sei es nun Mensch, Tier oder Pflanze."
(gefunden bei einer Googlesuche)

 



Cybele 1200- 700 v. Chr

 

 

Astarte - Ischtar

Babylonisch Sumerische Variante der selben Göttin. Artemis selbst tritt manchmal als Ischtar auf. Sie erscheint im Stufenrock.

Ischtar bedeutet „Jungfrau", aber sie ist zu gleicher Zeit „die große Hure", die „Himmlische Hure".

In ihrem Aussehen entspricht diese Göttin vielen Figuren aus Ischtartempeln. Der Stufenrock gehört zu allen diesen Göttinnen und Artemis identifiziert sich mit Ischtar, Astarte und den minoischen Göttinnen. Alle diese Göttinnen gehen auf eine viel ältere Göttin zurück, die zu einer untergegangen Kultur gehört und die in Artemis noch lebendig ist.

Minoisch:
Eileithyia -Diktynna - Kreta

Eine weitere Kultur, mit der die vorhellenistische Artemis identifiziert wird liegt in der minoischen Kultur und ihrer Schlangengöttin. Artemis in ihrer Funktion als Hebamme und Geburtshelferin wird auch Eileithyia genannt. "Auf Kreta und in Lakonis wurde Eileithyia als unabhängige Göttin der Geburt mit einem eigenen Kult verehrt... Die ekstatischen Tänze, die in ihrer Verehrung eine so große Rolle spielten, verbinden sie mit Phrygien und Kybele, genau wie die Löwen, von denen sie so häufig flankiert wurde."

Die kretische Diktynna wude ebenfalls mit Artemis identifiziert. "Aber tatsächlich war Diktynna wie Britomartis zuerst eine kretische Muttergöttin bzw. ein Aspekt der minoischen Mutter, benannt nach dem eindrucksvollsten Berg, auf dem man sie verehrte, bevor sie beide mit Artemis und em griechischen Göttinkult in Verbindung gebracht wurden." (beide Zitate: "Der Kult der großen Göttin". E.O. James. edition amalia 2003)


Ischtar - Diktynna

 

 

Die Ephesische und die hellenistische Artemis unterscheiden sich in einigen Merkmalen und die ephesische Artemis hat mehr Ähnlichkeiten mit Astarte oder der Cybele oder der Phrygischen Magna Mater, als mit der hellenistischen Version. In der ersten Version des Tempels, der zu Alexanders Geburt abbrannte, waren außerdem 4 Statuen von Amazonen zu finden.
"The name Artemis, under which the goddess appears, indicates that the Greek colonists appropriated the cult which they found. The Lydian Mother was evidently identical with Magna Mater of Phrygia. Yet the Ephesian goddess, who is the Mother under the name Artemis, is in her cult image neither Cybele as we know her--whether under baetylic form or in the likeness of a matron 164--nor Hellenic Artemis." ( "RELIGIOUS CULTS ASSOCIATED WITH THE AMAZONS", Florence Mary Bennett, 1912)

Kybele repräsentiert auch die Stadt. Sie trägt die Stadtmauern als Krone. Die ephesische Artemis ist in manchen Statuen ebenfalls mit dieser Krone zu sehen. Hier kann man deutlich die Verbindung erkennen.

 

Hochkultur Ephesus - eines der sieben Weltwunder der Antike

Ephesus war in der Antike eine der blühendsten Städte. Sie war für ihren Artemis-Tempel berühmt und wurde von Amazonen errichtet.

"Artemis von Ephesus
Im östlichen Mittelmeerraum beheimatet, gilt Artemis dort als alte bedeutende Muttergottheit, gütig und grausam zugleich. Sie ist Geburtshelferin, Herrin der Tiere und Mond- und Todesgöttin. Sie ist Übermutter, Symbol für Fruchtbarkeit und repräsentiert, wie Isis in Ägypten und Ishtar im Vorderen Orient, die vielschichtigen, teilweise konträr wirkenden Kräfte der Weiblichkeit. Sie ist die Jungfrau, die die Promiskuität förderte, sie ist die Jägerin, die als oberste Jagdherrin den individuellen Tod der einzelnen Tiere bestimmte und zugleich das Überleben der Art sicherte. Sie tötete jeden, der ein trächtiges Tier oder Jungtiere jagte. Sie beaufsichtigte die Fortpflanzung der Menschen, vom Geschlechtsakt bis zur Geburt. Sie war Baum, Bär, Mond. Sie war die personifizierte Enzyklopädie aller Möglichkeiten des Weiblichen." (http://www.frauennetz.de/familie/I-fa214.htm)

Vollkommenheit - Heilerin

Das Rätsel der Ephesia

Die Hauptstatue der Artemis in Ephesos war aus Holz. Diese ist heute verschwunden. Die Priesterinnen vergruben einige Statuen, bevor sie von den Goten zuerstört werden konnten in der Nähe des Tempels. Sie wurden erst in unseren Tagen wieder entdeckt. Ich denke, die Statue stellt Symbolik und Funktion der Göttin dar.

Die Symbolik

Das Aussehen der Ephesia ist für moderne Menschen unerklärlich geworden. Um es zu verstehen muß man sich in eine matriarchale Denkweise begeben und männliche und weibliche Merkmale anders bewerten.
Ihr Gesicht zeigt ihren freundlichen aber stolzen Charakter.
Artemis als die große Ernäherin des Lebens ist die große Mutter, die selbst in allem Leben enthalten ist, ihre vielen Brüste reichen um die ganze Welt zu ernähren, dies ist die einzig wahre Bedeutung. Sie ist selbst in allen Lebwesen, ja sie besteht aus ihnen.
Darum ist das Fleisch ihres Körpers das fleischliche Leben dieser Erde, das in den Tieren und Menschen besteht. Ihre Arme sind mit Löwen geschmückt, die ihre Stärke zeigen, ihre nackten Füße stehen auf Mutterboden Erde, Ihr Gewand sind die Tiere, Früchte, Wasser des Lebens und Menschen und alles was lebt. Ihre Krone symbolisiert das Himmelreich, der von Sphingen bewachte himmlische Tempel: Der Garten Eden. Füße und Beine haben die Stärke eines Baumstammes, den Baum des Lebens repräsentierend. Vollkommenheit besteht, wenn alle Aspekte des Lebensbaumes integriert sind. In Ihr sind alle Elemente und Sphären vertreten.

Sie hat beide Hände ausgestreckt. Mit der einen Hand gibt sie, mit der anderen nimmt sie wieder zurück.

Artemis symbolisiert hier den Baum des Lebens: Deines Lebens.
"Gib Liebe, dann kommt Liebe zu dir zurück" (Artemis 2007)


Nymphe

In Ephesos wurde die dreifaltige Artemis in ihrer zweiten Gestalt, als Nymphe verehrt. Dies ist eher eine orgiastische Liebesgöttin, für die die rituelle Vereinigung gefeiert wurde.

Aktaion
Das Rituelle Bad durfte der Mann mit Artemis teilen, der sich dann mit ihr sexuell Vereinigte. Akataion war der heilige König des vorhellenischen Hirschkultes, der am Ende seiner Regierungszeit in Stücke zerrissen wurde. Daher kommen die griechischen Sagen, nach denen Artemis Aktaion tötet, als er sie beim rituellen Bad beobachtete.

 

Griechische Mythologie - die hellenistische Artemis


Erst später jedoch ging Artemis in das griechische Pantheon ein und wurde ein Teil der hellenistischen Mythologie. Hier gibt es einige Geschichten rund um Artemis, die allerdings meist schon aus späteren patriarchalen Zeiten stammen. Man sollte sich bewußt sein, daß die Griechen verschiedene Kulte in ihr Pantheon mit aufnahen, adaptiertn und anpaßten. Was heute über Artemis in den meisten Lexika geschrieben wird stammt aus der griechischen Mythologie, die die frühere Fruchtbarkeitsgöttin absorbierte. Vor allem muß man dies beachten, wenn von der Keuschheit der "Jungfrau" gesprochen wird. s.o. oder wenn eine weibliche Urenergie, plötzlich unter einen Vatergott gestellt wird. So wird Artemis Teil des Pantheons und die große Göttin zu einer der Vielen Zeustöchter.

Geburt


Leda und der Schwan

Zeus kam in Form eines Schwan zu Leto und zeugte mit ihr Artemis und ihren Zwillingsbruder Apollon.

"Zeus verwandelte seine Geliebte zurück in eine Frau und sie brachte Artemis zur Welt. Doch Leto quälte sich weiter und Artemis half bei der Geburt ihres Zwillingsbruders Apollon."(Religion und Kulte im alten Griechenland) So webten die Hellenen die Göttin der Geburt in ihre Mythologie mit ein und gaben ihr die Funktion der Hebamme und Jägerin.

Leto brachte die Zwillinge, Gott der Sonne, Appollon und die Göttin des Mondes, Artemis, auf der schwimmenden Insel Delos zur Welt. Sie mußte dahin flüchten, weil sie von der Eifersüchtigen Ehefrau Zeus verfolgt wurde, die ihr die Pythonschlange hinterherhehetzt hatte. Als Appollon geboren war verankerte sich die schwimmende Insel.

Überlieferungen


"Als Artemis 3 Jahre alt war, wurde sie von ihrem Vater nach Geschenken gefragt, die sie gern besäße. Ihre Antwort lautete: " Ich bitte dich, gib mir ewige Jungfräullichkeit, so viele Namen als mein Bruder Apollon hat, einen Pfeil und Bogen, gleich dem seinen und das Amt der Lichtbringerin"

"Als sie noch klein war, bat sie ihren Vater, dass er sie keinem Mann zur Frau geben möge. Und so verbrachte sie die meiste Zeit in den Bergen und Wäldern, wo sie wilde Tiere jagte oder deren Junge beschützte." (thassos)

Orion

Einer der schönsten Männer damals war Orion, Sohn des Poseidon und der Euryale, der Geliebte von Artemis. Apollon überredete seine Schwester Artemis, den im Meer nach Delos schwimmenden Orion zu töten, indem er ihr zurief:"Siehst du dort etwas Schwarzes, weit weg im Meere, in der Nähe von Ortygia? Es ist der Kopf des Schuftes, der Kandaon heißt. Soeben hat er Opis, eine deren hyperboäischen Priesterinnen, verführt. Durchbohre ihn doch mit einem deiner Pfeile!" Nun war Kandaon Orions Kosename, aber Artemis wußte das nicht: Sie zielte und ließ den Pfeil schwirren. Dann schwamm sie ihm nach um ihre Beute zu fassen. Da sah sie, daß sie Orion durch den Kopf geschossen hatte. Voller Verzweiflung flehte sie Apollons Sohn Asklepios an, ihn wieder zu beleben. Dieser war bereit das zu tun, aber eher er ihre Bitte erfüllen konnte, wurde er von einem Blitz des Zeus getötet. Da setzte Artemis Orions Bild unter die Sterne, ewig verfolgt vom Skorpion (den Apollon zunächst auf Orion gehetzt hatte)

Der in der Mythe erwähnte Name Opis soll einer der Titel von Artemis gewesen sein.

Iphigenie

"Artemis bestrafte Agamemnon, weil er einen Hirsch in ihrem heiligen Hain getötet und sich gerühmt hatte, er sei – verglichen mit der Göttin – der bessere Jäger: Sie verhinderte zu Beginn des Trojanischen Krieges die Weiterfahrt der Griechenflotte unter Agamemnons Kommando nach Troja, indem sie bei Aulis eine Windstille bewirkte. Der Seher Kalchas weissagte, dass Agamemnon seine Tochter Iphigenie der Göttin zur Sühne opfern müsse, um seine Fahrt fortsetzen zu können. Einer Version dieser Geschichte folgend tat Agamemnon, wie ihm geheißen wurde. Nach einer anderen wurde statt dessen eine Hirschkuh geopfert." (Wikipedia) Die Männer hatten das Opfer aber mißverstanden, Iphigenie sollte nicht sterben sondern Priesterin werden. Artemis liebte Iphigenie sehr und wurde von Artemis in das Land der Taurer entrückt, um ihr dort als Priesterin im Artemistempel zu dienen. Die Taurer sind ein älteres Volk, das den Skythen vorausging, wo es später viele mächtige geehrte Frauen gab.

Kallisto

Kallisto = Die Schönste.
Man sagt, dies wäre ein weiterer Titel der Artemis gewesen. Andere Mythen erzählen, Kallisto sei ein Liebling von Artemis gewesen. Kallisto ist die Göttin, die im Sternbild der Bärin erscheint. Die Mutter von Arkas, dem kleinen Bären.

Es gibt verschiedene Mythen um Kallisto, die völlig unterschiedlich erzählt und interpretiert werden. Eine Version sagt, Artemis tötete Kallisto weil sie von Zeus schwanger war. Dies entspricht aber nicht der alten Artemis, wie sie sich sonst darstellt: Als Beschützerin der Schwangeren, die auch ihren Priesterinnen erlaubt, Kinder zu haben. Diese Art der Keuschheit, die Artemis unterstellt wird, entstand erst im patriarchalen Hellenismus.

Eine Version der Geschichte: "Kallisto verliebte sich in Zeus und bekam von ihm ein Kind. Als die eifersüchtige Hera dies merkte, verwandelte sie Kallisto in einen Bären. Als sie nach 15 Jahren mit ihrem Sohn Arkas, der nun Jäger ist, zusammentrifft, will sie ihn umarmen, er aber das vermeintliche wilde Tier töten; Zeus greift ein und versetzt beide als Sternbilder in den Himmel: den großen und den kleinen Bären. Hera ist beleidigt, dass Zeus seine Mätresse so offen am Himmel zeigt, und erwirkt als Rache bei der Meeresgöttin Thetis, dass die beiden Sternbilder niemals in das kühle Meer eintauchen dürften, daher werden sie zu zirkumpolaren Sternbildern."


"Kallisto war ein älterer Name für die der Artemis geweihte Insel Thera (weibliches Tier). Hellenischen Schriftstellern zufolge gehörten zu den attischen Artemis-Riten junge Mädchen, die als Bärinnen verkleidet waren, woraus der Mythos der Kallisto entstand, einer Nymphe, die durch Zeus ihre Jungfräulichkeit verlor und das Bärenkind zur Welt brachte. Sie wurden als Große Bärin und Kleiner Bär an den Himmel versetzt.1 Selbstverständlich war die Nymphe der jungfräuliche Aspekt der Göttin selbst. l. Graves, G. M., 22.4; W. G., 185.." ( Barbara G. Walker: Das geheime Wissen der Frauen. Ein Lexikon von Barbara G. Walker. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Ko KG, München 1995. ISBN 3-423-30484-7 S.514)